Historie
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2015

Ziegelei-Museum, Hagendorn-Cham

Backsteine, Ziegel und Fliesen wurden früher meist in kleineren Betrieben gefertigt. Oft von Bauern, die über Lehmböden und Wald verfügten. Die Lehmgruben lieferten das Rohmaterial, der Wald das Brennholz. Und der Erlös war ein willkommener Zustupf. Waren die Rohstoffe reichlich vorhanden, konnte die Produktion gar ausgeweitet werden. Wie etwa in Hagendorn-Cham. Dort hatte die Familie Lörch neben dem Wohnhaus und der Stallscheune um 1873 eine eigentliche Ziegelhütte gebaut. Diese konnte 1978 vor dem Abbruch bewahrt werden und gilt heute als die einzige, intakte Handziegelei in der deutschsprachigen Schweiz. An Stelle der 1982 abgebrannten Stallscheune konnte nach mehreren Anläufen 2013 das neue Museumsgebäude eröffnet werden. Das Ziegelei-Museum besteht aus dem Museumsgebäude mit Dauer- und Wechselausstellung und dem Ziegler-Beizli, aus der eigentlichen Ziegelei mit dem Flachmoor in der ehemaligen Lehmgrube und dem Zieglerwohnhaus mit der schweizweit einzigartigen Fachstelle zur Erforschung der Ziegeleikeramik. In der Ausstellung kann es unter anderem den ältesten inschriftlich datierten Dachziegel der Schweiz vorzeigen. Er deckte einst die Burg Zug und trägt die Jahreszahl 1489.
Ziegelei-Museum

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