Historie
0
0
2015

Kalkofen Plan da Lägh, Bregaglia

Ein Turm ist es nicht, das Beiwerk einer Burg, einer Kirche, oder eines Wohnhauses auch nicht. Der besagte Bau ist ein Ofen, Ein Kalkofen, in dem Kalksteine gebrannt wurden. Aus dem daraus entstanden Material wurde dann meist „Weisse“ gewonnen, das ist Kalktünche, oder aber Mörtel hergestellt. Das Material diente in früheren Zeiten aber auch als Dünger, als Desinfektionsmittel, als Schutz gegen Frost, Schädlinge und sogar Seuchen. Sozusagen ein Allzweckmittel. Und alt, denn solche Kalköfen gab es schon vor 11’000 Jahren. Bereits damals waren Tünche und Mörtel bewährte Baustoffe. In Graubünden gibt es zwei verschiedene Typen von Kalköfen. Da ist zum einen der einfache Feldofen, der wegen der besseren Isolation in die Erde hinein gebaut wurde. Dieser Ofen wurde meist nur periodisch genutzt. Und dann gibt es noch den Hochofen, der das ganze Jahr hindurch eingeheizt wurde. Dessen Mauerwerk wurde trocken aufgeschichtet und erreichte meist eine Dicke von einem Meter. Solch ein Turm ist auf der Strecke entlang des Silsersees zu sehen, in Pian di Lago oder Plan da Lägh. Dieser konnte erst kürzlich gesichert, wo nötig repariert und für die Nachwelt erhalten werden. Ein Zeitzeuge alter Bautechnik. Nur noch selten zu sehen, aber typisch fürs Bündnerland.

Drucken