Historie
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2015

Casa cun igl um da fier, Sumvitg

Über hundert Werke in 45 Dörfern muss es von Hans Ardüser gegeben haben. Zumindest hat der Maler dies in seinen Schriften so vermerkt. Er schmückte Fassaden und auch Innenräume bäuerlicher wie aristokratischer Privathäuser sowie Kirchen beider Konfessionen. Als Motive verwendete er Vorlagen aus Chroniken, religiösen Schriften und Tierbüchern, die er unbekümmert und buntfarben aneinander reihte. Er malte Menschen in Kostümen aus jener Zeit, antike wie biblische Szenerien, üppige Ornamente und exotische Tiere, die er zu freien Kompositionen vereinte. Sein Leben als Wandermaler musste gegen Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts beschwerlich gewesen sein. Und der Erfolg eher bescheiden. Ardüser bewertete ihn im Verhältnis der Einnahmen zur Wegstrecke, die er dafür zurücklegen musste. Die einst noch als ungekonnt kritisierten Malereien werden heute als eindringlich und frisch eingestuft. Es erstaunt daher nicht, dass die wenigen noch erhaltenen Werke Ardüsers restauriert werden. Wie jene an der Fassade der „Casa cun igl um da fier“ in Sumvitg. Die Fresken am imposanten Haus des ehemaligen Landrichters und Landammans Gilli Maisen erstrahlen nun wieder - ganz in der Manier des Künstlers: eindrücklich und frisch.

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