Historie
2013

Litfasssäule, Bern

"Eine Litfasssäule ist eine Anschlagsäule, an die Plakate geklebt werden", so die Erklärung von Wikipedia. Das schienen einige Berner falsch verstanden zu haben, denn die Säule wurde tatsächlich von Anschlägen heimgesucht. Anschlägen jedoch der üblen Art. Die einstige Telefonkabine war in den 1980er Jahren und danach verwaist und diente vielen als Bedürfnisanstalt. Sie wurde deshalb verriegelt. Mehrmals. Und mehrmals wieder aufgebrochen. 2010 von der Kunst-Guerilla, die darin einen obskuren Altar errichtete. Nach langem Hin und Her um die Besitzverhältnisse konnte der Plakatträger schliesslich wieder instand gestellt und renoviert werden. Das hiess Rettung für diese eine der ursprünglich 55 nach dem Vorbild des Berliners Ernst Litfass gestalteten und prominent in Szene gesetzten Kleinarchitekturen. Sie existiert also noch, die Litfasssäule in der Berner Matte - für die Zukunft jedoch ganz frei von unerwünschten Anschlägen.
Litfasssäule/Wikipedia

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