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1891: Der 1. August wird zum Bundesfeiertag erklärt

Die Feier von 1891 war so erfolgreich, dass der 1. August schon bald einen festen Platz im Festkalender der Schweiz einnahm. 1899 forderte der Bundesrat die Kantone auf, am Abend des 1. August im ganzen Land die Glocken zu läuten. Die Ausgestaltung der Feiern blieb aber vorerst Sache der Kantone und Gemeinden. Bald kam auch das Entzünden von Höhenfeuern am 1. August-Abend in Gebrauch. Der weit in der Vergangenheit wurzelnde Rütlischwur-Mythos fand – im Zweiten Weltkrieg durch den Rütlirapport von General Guisan und durch die 650-Jahr-Feier von 1941 bestärkt – mit einem neuen Nationalmythos im 1. August sein Fundament.
 
Vor diesem landesgeschichtlich emotionalen Hintergrund um das Ende des 19. Jahrhunderts riefen 1909 patriotisch und gemeinnützig gesinnte Persönlichkeiten unter der Leitung des St. Galler Kaufmanns Albert Schuster die Schweizerische Bundesfeierspende ins Leben. Mit ihrer Initiative wollten sie dem Bundesfeiertag durch eine gemeinsame Tat der Bevölkerung einen tieferen Sinn verleihen. Mit einer alljährlichen Sammlung aus Anlass der Bundesfeier sollte die Solidarität im Lande gefördert werden. Die Gründer des Bundesfeier-Komitees umschrieben das hehre Ziel wie folgt: „Es soll jedem einzelnen, auch dem bescheidenen Bürger Gelegenheit gegeben werden, sein Scherflein beizutragen zu einer nationalen Gemeinnützigkeit am ersten August".